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Arbeitsagoge, Benamsung, Philematologie: Twitteratis ziehen eigenwillige Worte vor


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Es deucht nicht nur, es ist so: Twitteratis zeigen (in der Timeline?) viel Gefühl! 1.335 Wort-Meldungen sind bis heute eingegangen. Und der Trend stabilisiert sich: Twitteratis bevorzugen Wortkombinationen mit Herz-, Lieb- und Seele-. Dicht auf folgen Einreichungen, die mit Wohl-, Stern- und Traum-/Träume- beginnen. 

@SaskiaHeinen: Einer meiner beiden #schoenesWort Favoriten wurde immerhin auch noch von @JBrunotte und @LiesDoch genannt :-) #Zuneigung

 @federworte noch ein #schoenesWort bei einem Schreiber entdeckt: wenn es dieses überhaupt gibt. unüberfühlbar (im Sinn wie unüberhörbar, unübersehbar

 @Jambo_F Die Leidenschaft, die Leiden schafft. #schoenesWort

Wohl weisen Worte wie Knutschkugel (@muschelzypresse), Herzwuppern (@KleinesNerdchen), Seelenjubel (@LiesDoch) oder auch Hodenhochstand (@sp2307) auf eine weitere Eigenschaft hin: Twitteratis haben viel Fantasie. Sie erfreuen sich an Wortspielereien und -erfindungen. Lautmalerische Worte wie dunkelumwunden (@Semiose) oder nachtmützig (@FraukeWatson) stehen hoch im Kurs.

Die Neologismen sind bildhaft und assoziationreich. Wortmeldungen wie Buntesschleifenschaf (@Toppelmoppel), Gefrierfachstimmung (@Durchleser), Daunentraumkissen (@1_blick), Nabelschnurdurchtrennungstag (@Onkel_Jannek) oder Rumhüpfmoment (@KleinesNerdchen) sprechen für sich. Schwieriger wird’s bei Einreichungen wie Gurkengecko (@genugda), Telegraphenpflanze (@zollrei2), sturzpresshalbe (@ZuendeGedacht), Arbeitsagoge (@hevosia) oder Ringelrapport (@manomama).

Aber was, bitte sehr, bedeuten Benamsung (@marcel_koch) oder kraweel (@ernke)? Insofern machen Wort-Meldungen mit Erklärung tatsächlich Sinn:

 @ernke übrigens ist Uffguckbichli (Enzyklopädie) auch ein sehr #schoenesWort wenn auch #Pennsylvaniadeutsch

 @Hutzelbuck Zeugniszeit…Giftblatt ist ein #schoenesWort dafür.

 @1_blick Seminarr ist ein #schoenesWort aus Sicht des Wohlidioten.

 @lenerl Schlemihl #schoenesWort. – Schlemihl ist jiddisch und bedeutet Schlamassel oder Unglücksrabe

Noch ein Befund: Twitteratis neigen fremden Worten zu: Hemiparese (@katalisis), Isohypsen (@schusterjunge), Onomatopoesie (@Hutzelbuck), um einige Beispiele zu nennen. – Wollen Twitteratis mit ihrem Faible etwa auch unter Beweis stellen, dass sie umfassend gebildet sind und über spezielle Kenntnisse verfügen? Mir jedenfalls war so manches Wort bislang unbekannt. Hand auf’s Herz: Wer weiß denn schon, was Araukarie (@buchfieber) oder Philematologie (@lenerl; @Reticulum) bedeuten?

Ich hab’s inzwischen nachgeschlagen. Die Araukarie ist eine Pflanzengattung, die zu den Nadelholzgewächsen zählt. Die wissenschaftliche Erforschung des Kusses nennt man Philematologie.

2 Kommentare

  1. “Freude” schöner “Götterfunken”… wir betreten “feuertrunken”… so hieß mein letzter Tweet.Womit ich unterstreiche, daß ich zu den Twitteratis gehöre, die Worte mit “Seele”, “Herz” und “Sehnsucht” bevorzugen. In der griechischen Mytologie werden ins Elysium jene Helden entrückt, die von den Göttern geliebt wurden oder denen diese Unsterblichkeit schenkten.

    Aber ist Twitter tatsächlich eine „Insel der Seligen“? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sicher ist, daß Twitter auch und vor allem von der Vielfalt und vom Austausch lebt. Man kann hier jede Sparte von Menschen finden und viele haben einen gewissen (@schoenesWort:) “Tiefgang”, sind interessiert und teilen sich gerne mit. Was könnte zu diesen Eigenschaften besser passen, als die Suche nach dem “unser aller schoensten” Wort.

    Doch wer wagt, zu definieren was schön ist und was nicht? Das liegt wie immer im Auge des Betrachters. Persönlich mag ich “alte” (deutsche) und nicht mehr so häufig verwendete Worte lieber, als Fremdworte, Fachwörter und technische Begriffe. Und wem gefällt nicht, der manchmal etwas antiquiert anmutende Duktus (@schoenesWort: “Anmuten”, “Duktus”) unserer allseits beliebten Twitterati (Twitteriti? Twitterin?,Twitterine?) und Initiatorin von “schoenesWort” @pundp?

    Und doch hat jedes hier genannte Wort seine Berechtigung. Und einen kleinen Lerneffekt kann man beim nachschlagen von unbekannten und exotischen Worten zumindest mitnehmen. Die Abstimmung wird (natürlich bedingt) zeigen, was die Twitteratis tatsächlich bevorzugen. Die Aktion macht jedenfalls vielen Leuten Spass und was will man schon mehr?

  2. Twitterati (Twitteriti? Twitterin?,Twitterine?) – behagt mir sehr! Danke vielmals für deinen Kommentar, Bernd – und nicht zuletzt für das nette Kompliment …

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