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Die fünf größten Irrtümer zu LinkedIn – ein Vergleich mit Xing


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LinkedIn-Twittwoch-Stephan-Koss
Verschiedene Netzwerke für den Geschäftsbereich existieren oder wurden gegründet. Das älteste ist hierbei das in Deutschland nahezu unbekannte Ryze. Dieses ging 2001 an den Start, ein Jahr später folgte LinkedIn, ein knappes drei Viertel Jahr später der deutsche Gegenentwurf openBC, heute Xing.

LinkedIn gibt es allerdings erst seit 2009 in einer deutschen Sprachversion, gewinnt allerdings an Fahrt an Mitgliederzahlen. Wer aus einer gewohnten Umgebung auf LinkedIn trifft, runzelt vielfach die Stirn und findet sich gefühlt nicht intuitiv zu Recht. Allerdings geht das zum Beispiel Holländern oder Amerikanern genauso, wenn sie auf eine andere Plattform stoßen.

Mangels Zeit kann man sich nicht verstärkt mit verschiedenen Plattformen beschäftigen. Und somit bleiben erste Eindrücke bestehen, die man jedoch zum großen Teil ausräumen kann. So wie Facebook mittlerweile den privaten Bereich dominiert, ist LinkedIn im Businessumfeld nicht mehr wegzudenken. Hier ein paar Vorurteile, die man entkräften kann:

(1) Die Mitgliedschaft ist zu teuer:

Guckt man sich die Preismodelle an, so ist man schon erstaunt: Im Monat 49 $ oder mehr? Das ist zu teuer!

Aber: Man wurde so auf „Premiumfeatures“ konditioniert, dass man erst mal gar nicht merkt, dass ein Businessmodell für den durchschnittlichen User gar nicht benötigt. So können Nachrichten an Kontakte oder Gruppenmitglieder geschrieben werden, die Suche ist nur in der Anzahl begrenzt (aber immerhin 300 Treffer auch für die Basismitgliedschaft), Statusmeldungen, vernünftige Twittersynchronisation (die selten über 5 Sekunden benötigt) und Outlookintegration sind dabei.

Die Businessmodelle enthalten eher Features, die für „Poweruser“ oder Recruiter von Interesse sind.

Ein kleiner Vergleich zwischen Xing und LinkedIn verdeutlicht dieses.

(2) Aus Deutschland ist da ja kaum jemand:

Die größte Penetration hat LinkedIn im Businessbereich in Deutschland noch nicht. Jedoch wurde mittlerweile die Million überschritten.

Die Frage, die sich stellt, ist, wen suche ich denn eigentlich? Gerade Führungskräfte aus größeren Unternehmen sind eher international vernetzt und eher auf LinkedIn vertreten. Bestes Beispiel sind die Vorstandsmitglieder der deutschen Targobank (ehemals Citibank) oder die Speaker der Internet World sind auf LinkedIn anzutreffen.

(3) Eine Mail kostet ja 10 $:

Das kann man nicht so vereinfachen, da das LinkedIn Nachrichtensystem mehrere Nachrichtentypen kennt.

Die 10 $ sind nicht generell, sondern sind für das Kaltakquirieren. Somit kann man das als Schutzgebühr verstehen: Suche ich einen Mitarbeiter, werden mir 10 $ egal sein, aber zum Massenspammen, bewerben von Heilsteinen oder ähnliches ist das schlichtweg zu teuer.
Nachrichten an Kontakte, Gruppenmitglieder, Moderatoren oder im Rahmen der Fragen und Antworten sind immer und für jeden kostenlos.

(4) LinkedIn hat ja kaum Funktionalität:

Das kann man relativ schnell entkräften, wenn man sich näher mit LinkedIn beschäftigt. Herausstellen könnte man

  • Multilinguale Profile
  • Profile kann man nicht nur drucken, sondern direkt als PDF speichern (Zwar kann man Profile auch direkt drucken, aber wer braucht das?)
  • Outlook Integration
  • Integration des F & A Bereiches in das Profil
  • Blogintegration auf dem Profil
  • ….

(5) LinkedIn ist ja amerikanisch – da gibt es keine Privatsphäre:

Gerade hier kann man auf verschiedene Vorteile von LinkedIn verweisen:

  • Man kann die Granularität, was man per Google veröffentlichen will, genau einstellen
  • Foren sind generell nicht nach Google geöffnet (womit auch das zum Kinder-SEO degenerierte Fußnotenanhängen von seinen Blog etc. wieder aufhören sollte)
  • In Forenbeiträgen steht keine Uhrzeit – wen interessiert diese nach einer Woche auch noch – außer dem stöbernden Chef?
  • Ich kann selber bestimmen, ob ich auf „Besucher dieses Profils“ namentlich erscheine
  • Die Kontaktepfade sind anonymisiert – Der Nutzen ist hierbei (außer dass Stanley Milgrams „Kleine Welt Phänomen nachgewiesen wird) sehr eingeschränkt.

Details kann man diesem Dokument entnehmen.

Über den Autor:
Stephan-Koss-Twittwoch-LinkedIn-XingStephan Koß ist ursprünglich Banker und studierter Betriebswirt. Heute arbeitet er als Unternehmensberater im Bankenumfeld, wo er bei der Umsetzung spannender Themen wie “Verbraucherkreditrichtlinie” unterstützt. Über sein Interesse am Projektmanagement ist er zum Social Media gekommen, wo er heute verschiedene Gruppen zu den Themen Projektmanagement und Banken betreibt. Er lebt in Hameln, ist verheiratet, hat eine Frau, zwei Kinder und einen Hund.

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9 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel, Danke, Stefan! Ich bin seit Jahren LinkedIn und Xing-Nutzer – Xing mehr für deutsche Kontakte und LinkedIn mehr international. Und ich mache recht viel mit meinem (kostenlosen!) Linked-In-Profil. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, andere Dienste mit LinkedIn zu verknüpfen, nicht nur Twitter-Updates als Statusmeldungen, sondern eine Amazon-Leseliste, die von Dir genannte Blog-Verknüpfung, Trip-It (so weiß man oft, wo sich ein Kontakt befindet bzw. warum dieser vielleicht gerade nicht so schnell antwortet), Slideshare (man kann Präsentationen mit Freunden teilen bzw. deren einsehen), etc., etc. . Und das Ganze kostet keinen Cent. Bei Xing hingegen muss man Premium-Mitglied sein (bin ich auch) um ein halbwegs brauchbares und einsatzfähiges Profil zu haben. Es gibt zudem eine riesige Auswahl an internationalen Gruppen, über die man einfach neue Kontakte knüpfen kann. Insgesamt muss ich also sagen 1:0 für LinkedIn. Auch wenn Xing für mich immer noch am Wichtigsten ist, um deutsche Kontakte zu pflegen.

    In Frankreich ist meines Wissens Viadeo sehr groß, hat also dort die Stellung von Xing in Deutschland.

    Hier noch eine recht aktuelle Liste von Social Networking Sites, wenn mal jemand browsen mag.

  2. Ich entschuldige ich auch gleich mal für die inkorrekte Schreibweise Deines Namens – Stephan! ist es natürlich!

  3. Ich habe vollstes Verständnis, wenn Sie für LinkedIn werben und die Plattformen ist durchaus nicht zu vernachlässigen, selbst wenn dort deutlich weniger Deutsche unterwegs sind als bei Xing, nur tun Sie sich und LinkedIn keinen Gefallen, wenn sie offensichtliche Nachteile versuchen als Vorteil zu verkaufen. Stehen Sie doch einfach dazu, dass Ihre Plattform auch Ihre Nachteile hat und lassen Sie die Nutzer selbst entscheiden.

    Zwei Beispiele:

    10$ Schutzgebühr für Nachrichten – ich habe bei XING in fünf Jahren nicht eine unerwünschte Nachricht bekommen, außer irgendwelche Gruppennewsletter, die es in LinkedIn ja genauso kostenlos gibt – also sind diese 10$ ja vielleicht in der Theorie tauglich, das gewaltige Spamproblem auf LinkedIn zu lösen, aber wenn es in Wirklichkeit gar nicht existiert, dann bleibt doch die Frage, ob es nicht einfach nur ein lohnendes Geschäftsmodell für LinkedIn ist, pro Mail 10 Dollar zu kassieren. :)

    “Die Kontaktepfade sind anonymisiert – Der Nutzen ist hierbei (außer dass Stanley Milgrams „Kleine Welt Phänomen nachgewiesen wird) sehr eingeschränkt.” Ja, und nur weil in Ihren Augen der “Nutzen sehr eingeschränkt” ist es ein *Vorteil*, dass es das Feature bei XING nicht gibt? Ich finde es immer interessant zu erfahren, über welche Ecken ich Leute kenne.

  4. Hallo Jonathan,

    lieben Dank für den Kommentar. Ich wollte mit diesem Beitrag dazu beitragen, aufzuklären, was oftmals als Nachteil gesehen wird. Ich gebe zu, mir ging es am Anfang genauso.

    Natürlich kosten Nachrichten nichts, wie ich oben geschrieben habe. Eine InMail jedoch ist eine “Kaltnachricht”, also eine Nachricht an jemanden, den ich nicht kenne. Ich selber habe auf Xing ganz aktuell eine Nachricht erhalten, wo eine (mir unbekannte) Junge Dame darum bat, für Ihre Hochzeitszeitung zu voten…. ich empfinde so etwas als Spam und wäre auf LinkedIn nur mit 10$ Einsatz möglich.

    Zu den Kontaktpfaden: Das Feature gibt es bei LinkedIn ja auch, nur ab 3. Grad anonymisiert. Wenn Sie es schön finden, zu sehen, wen Sie um 5 Ecken kennen: Ein Besipiel: Die vierte Ecke hat definiert, dass die Kontakte nicht einsehbar sind. Damit steht Ihre Neugierde über dem Wunsch der Person nach Privatssphäre.

    Nur als Beispiel
    Liebe Grüße und frohes Osterfest
    Stephan Koß

  5. Hallo,

    vielen Dank für die interessanten Informationen zu LinkedIn. Was sicher richtig ist, sich mit einer neuen Plattform anzufreunden/zurecht zu finden dauert immer seine Zeit. Allerdings muss ich sagen, ich habe mich auf XING deutlich schneller zurecht gefunden – war ja auch mal neu ;-) Genauso geht es mir mit Facebook.

    Ich persönlich werde mir beides noch eine Weile anschauen und dann entscheiden, ob ich dabei bleibe oder mich eben auf eine Plattform (XING) beschränke. Muss ja auch noch Zeit bleiben, die Arbeit zu erledigen, die Brötchen zu verdienen ;-)

    Was mir an LinkedIn aber z.B. sehr gut gefällt, die Synchronisation mit Blogs und Twitter.

    LG
    Heidrun

  6. Hallo Heidrun,

    lieben Dank für den Kommentar. Ich weiß selber, dass wir sehr ritualisiert sind und ungern Gewohnheiten ändern.

    Im Moment hat ma allerdins das Gefühl, dass Xing versucht, Dir einen Umstieg zu vereinfachen. AKtuelles Beispiel:

    http://linkedinsiders.wordpress.com/?attachment_id=437

    Die Suche von Xing mit dem DropDownfeld sieht jetzt der von LinkedIn sehr ähnlich.

    Aber zwei Sachen noch: Erstens: Warum so digital? Man kann ja beide Plattformen nutzen und zweitens, falls sich füe Xing oder LinkedIn entscheiden, so sollte man die Entscheidung vielleicht in zwei jahren überdenken, man muss halt die Entwicklungen abwarten.

    Im Endeffekt ist eh wichtig, wofür man die Plattform nutzt. Wenn man seine Zielgruppe zum Beispiel be LinkedIn nicht findet, kann man so viel über GeoTargeting oder Preisersparnis lamentieren, dann bringt einen das auch nicht weiter.

    Liebe Grüße
    Stephan

  7. Hallo Stephan,

    gerne.

    Wie ich schon schrieb, ich werde vorerst beide Plattformen nutzen – wobei ich zugeben muss, der Schwerpunkt liegt eindeutig bei XING. Ich werde einfach mal schauen, wie sich alles entwickelt …

    LG
    Heidrun

  8. Vielen Dank für die wertvollen Inside-Informationen – Jetzt weiss ich wieder, warum ich LinkedIn nicht nutze und nicht nutzen muss. Für die internationale Vernetzung ist ohnehin Facebook die bessere Alternative – vor allem in Afrika, wo ich viel zu tun habe ….

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  1. Tweets die Neuer Post von Stephan Koß auf "Die fünf größten Irrtümer zu #LinkedIn – ein Vergleich mit #Xing" erwähnt -- Topsy.com

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