Digitale Transformation von und für Unternehmen

Die Stadtverwaltung und der Twittwoch Mannheim


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Ausgerechnet an dieser Stelle muss über die grundlegende Frage, welche Ziele mit Veranstaltungen wie dem Twittwoch verfolgt werden sicher kein Wort verloren werden. Und auch der Stellenwert der Kommunikation in und über soziale Netzwerke bedarf keiner weiteren Anmerkungen. Preaching to the converted ist selten sinnstiftend.

Nun mag es darüber hinaus auch als Selbstverständlichkeit angesehen werden, dass sich kommunale Verwaltungen mit dem Thema befassen. Das sieht auch die Stadtverwaltung Mannheim, in diesem Fall vertreten durch den Beauftragten für Kultur- und Kreativwirtschaften,  so.

Von Interesse an dieser Stelle ist denn auch weniger die in sich ausgesprochen weit reichende Frage, wie sich ungemein differenzierte Organisationseinheiten wie Verwaltungen selbst in sozialen Netzwerken verhalten und welche gegenwärtigen und zukünftigen Handlungsfelder sich erschließen. Es sei aber vielleicht angemerkt, dass von der vergleichsweise simplen Präsenz und Aktivität einer Einheit wir der Kreativwirtschaftsförderung der Stadt Mannheim in sozialen Netzen bis hin zu einer rechtsverbindlichen Kommunikation etwa mit Genehmigungsbehörden noch ein weiter Weg zu gehen sein wird. Worum es sich bei dieser Frage jedoch handelt ist um eine binnenorganisatorische Frage, wie sie sich jedem Unternehmen in unterschiedlicher Form stellt. So betrachtet ist die Stadt Mannheim schlicht ein interessierter Teilnehmer und Zuhörer.

Als Wirtschaftsfördereinrichtung innerhalb der Stadt Mannheim jedoch kommt ein weiterer und für diesen Zusammenhang wahrscheinlich wichtigerer Aspekt zum tragen. Nämlich die Tatsache, dass die Vermittlung, sagen wir, aktueller Kommunikationsstandarts auch als Dienstleitung für die lokal und regional angesiedelten Unternehmen verstanden werden muss. Insofern ist die Unterstützung des Mannheimer Twittwochs ein hervorragendes Beispiel für ein Konzept, das in der Kreativwirtschaftsforschung etwas kryptisch als “Co-Governance” beschrieben wird. Ein Konzept, das letztlich beschreibt wie, analog zu vielen projektbezogenen Vorgängen auf dem freien Markt, mittels (u.U. temporärer) Kooperationen auf aktuelle Fragen/Aufträge reagiert werden kann. Um noch konkreter zu werden bedeutet das, dass die Kreativwirtschaftsförderung der Stadt aus mehreren Gründen ein großes Interesse daran hat, sich selbst formierende Organisationsformen wie etwa den Twittwoch zu unterstützen. Zunächst ganz schlicht, weil es mehr als unsinnig (und inhaltlich zudem schwierig) wäre, den zweifelsfrei vorhandenen Bedarf an diesbezüglichen “Weiterbildungsangeboten” mit eigenen Mitteln zu spiegeln. Aber darüber hinaus auch, weil vernünftige Wirtschaftsförderung immer an vorhandene Eigeninitiative anschließt bzw. diese begleitet. Insofern ist es ein mehr als erfreulicher Umstand, dass sich rund um die Mannheimer Social-Media-Akademie (bei der es sich in sich selbst um eine für den Standort Mannheim enorm wichtige Institution handelt) ein Angebot formiert, das auch und gerade die Unternehmenslandschaft adressiert und damit inhaltlich die gleichen Ziele verfolgt, wie die (Kreativ)Wirtschaftsförderung selbst.

Dass es zunächst der derzeit viel debattierte Bereich der Kreativwirtschaften ist, der sich für das Thema engagiert mag naheliegen aber deutet gleichzeitig auf eine der zentralsten Fragen in diesem Zusammenhang.  Nämlich inwiefern die Kreativwirtschaften als Pionierwirtschaftszweige im Umgang u.a. mit sozialen Netzwerken Erfahrungswerte und Handlungsempfehlungen für die klassische Wirtschaft erarbeiten und allein damit einen wesentlichen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit liefern. Ganz abgesehen davon, dass die notwendigen Dienstleistungen für eine möglicht zukunftsfähige Kommunikationsstrategie unterschiedlichster Wirtschaftszweige mehrheitlich aus den Kreativwirtschaften selbst erbracht werden. Den Teilnehmern des Twittwochs mag das erneut als Selbstverständlichkeit erscheinen aber es ist eine unumstößliche Tatsache, dass viele potenzielle kreativwirtschaftliche Zielmärkte noch weit davon entfernt sind, die Möglichkeiten kreativer Dienstaleistungen im allgemeinen und sozialer Netzwerke im speziellen optimal zu nutzen – oder diese in vielen Fällen nocht nicht einmal kennen.

Aus diesen Gründen ist die Stadt Mannheim in erster Linie dankbar für die Initiative der Social-Media-Akademie und ihrer Partner und wird sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln an der  Weiterentwicklung und Positionierung des Projektes beteiligen.

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