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DM, Follower-Management, Retweet-Spam und anderen Unsitten. Beobachtungen zur Twitteretikette


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Je populärer eine Plattform, desto – nun, nennen wir einmal „unterschiedlicher“ – werden ihre Nutzer und damit ihre Nutzungen: Egozentriker, Trolls, Bekehrer, MLM-Fredel – um nur einige der auffälligsten Erscheinungen zu nennen –  tauchen mittlerweile mit schöner Regelmäßigkeit im Kommunikationsstrom von Twitter auf.

Was ist mir sonst noch in den letzten Wochen aufgefallen? Hier meine liebsten Phänomen:

1. Direct Messages – oder: Höflichkeit ist eine Zier’, doch weiter kommt man ohne ihr:

Gestern bekomme ich von einem bekannten deutschen Medienblog folgende DM, die für sich selbst spricht:

p(image). !http://www.twittwoch.org/wp-content/uploads/2009/07/turi2.jpg(turi2)!

Antwort: Ich kann die DM nicht beantworten, da ich zuvor irgendwann im Laufe des Tages wieder entfollowt wurde.

Und warum checke ich nicht im Minutenabstand die Inbox? Weil dort zu viele DMs aufschlagen – neudeutsch: der Signal-Noise-Ratio ist zu schlecht –  und ich nutze DMs daher auch nicht als E-Mail-Ersatz.

2. Follower-Management:

Derzeit bekomme ich insgesamt etwa 100 Benachrichtigungen pro Tag über neue Follower. Also mache ich mich alle 2-3 Tage an eine längere Session, um die neuen Follower anzusehen. Interessant ist dabei zu beobachten, daß gut 25-30% der Benachrichtigungen sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf Ex-Follower bezieht, d.h. @susuh bzw. @stefanw wurden zwischenzeitlich bereits wieder entfollowt.

Diese offensichtlichen Fällen von „Pimp my Followeranzahl“ motivieren mich in der Regel nicht, dem Profil weitere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Ebenfalls kann niemand hoffen, zurückgefolgt zu werden, wenn:

  • Es kein Avatarbild gibt
  • Die Bio nicht ausgefüllt wurde
  • Es keinen weiterführenden Link gibt
  • Das Verhältnis von Following- zu Follower-Anzahl krass auseinanderläuft. Mein Favorit folgt genau 2.001 anderen…
  • Nichts oder nur irrelevantes getweetet wird
  • Das Konto gepimpt wird (s.o.)
  • Der Twitterer offensichtlich nicht mit anderen kommuniziert, d.h. in seiner Timeline tauchen keine bzw. kaum Retweets oder @-Replies auf.

3. Zyklischen Followen und Unfollowen:

Dreist und doch wird immer wieder versucht:

  • Erst folgen, damit die Benachrichtigungsmail geschickt wird.
  • Am nächsten Tag dann wieder entfolgen…
  • …und am besten gleich danach wieder folgen.

Sehr nervig, da dies stets einen extra Bearbeitungsaufwand nach sich zieht: erst blocken und dann @Spam benachrichtigen…

4. Retweet-Spam:

Sieht auf den ersten Blick aus wie RT, da der ursprüngliche Text erhalten bleibt. Stutzig macht eine neue URL und wenn man selbige anklickt, wird auf irgendeine Abzockseite geleitet, die nichts mit dem ursprünglichen Tweet mehr zu tun hat.

Diese Art von Retweet-Spam ist nicht nur reputationsschädigend für den ursprünglichen Twitterer, sondern Twitter läuft Gefahr, eine künftige Echtzeitsuche, die auf Relevanz und Reputation basiert und ein lukratives Geschäftsmodell sein könnte, noch vor dem Start zu untergraben. M.E. sind hier dringend technische Maßnahmen seitens Twitter erforderlich.

Mein Beispiel von gestern wurde zwischenzeitlich von @Spam bereits gelöscht; es wird aber (leider) neue geben…

Zumm Schluß der Hohltweet:

„@SUSUH you stupid fucks that’s @RobGreen not @RobertBasic“
9:04 AM Jul 21st from web in reply to SUSUH

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12 Kommentare

  1. Hallo,

    danke für die Zusammenstellung. Ich persönlich empfinde auch Auto-Welcome-DMs ist der Art “Schön dass Sie mir folgen” nicht nur als überflüssig, sondern geradezu als nervig.

    (Das wollte ich nur mal gesagt haben :-)

  2. LOL, vielen Dank für den Hinweis, Thomas.

    Dankssagungen dieser Art sind irgendwie die digitale Version des “Fahren Sie auch auf diesem Schiff” oder – bei kleinen Kinder sehr beliebt – “Schläfst Du noch?”. Immerhin ziehen sie einem dabei nicht die Augenlieder hoch… ;)

  3. Und woran merke ich, dass jemand, der gestern mein neuer follower wurde mich heute auf einmal nicht mehr verfolgt (also ein Ex-follower sozusagen)? gibt es da einen trick?

  4. @Stefan: Schaust du dir die neuen Abonnenten manuell an, oder benutzt du ein Tool? (Ich bin mit http://www.tweepler.com recht zufrieden.)

  5. Mich schrecken exakt gleiche Follower/Following-Zahlen eher ab, weil hier wohl nach dem Prinzip “Folgst Du mir-folg ich Dir” verfahren wird. Meine Lese-Kapazität liegt bei ca. 30-40 Twitterern, da tausche ich manchmal aus. Am ehesten entfollowe ich Leute mit einem zu hohen (oder gar keinem) Tweetaufkommen oder wenn es thematisch/inhaltlich/sprachlich/vom Humor doch nicht so passt. Den weiterführenden Link finde ich auch nicht so wichtig und die Bio darf ruhig mehr verschleiern als informieren. Hab mal ein paar Grundsätze für mich selbst aufgestellt und entsprechend gehastagt: #TaARA “Twitterati against Automation, Redundancy and Addiciton”

  6. Mit leichtem Grinsen musste ich feststellen, dass ich in eine Falle gestolpert bin. Dank Stefan (siehe Eintrag 2) wird mir dieses nicht mehr passieren. Ansonsten gute Tipps die mir bei meiner kurzen Verweilzeit bei Twitter auch schon aufgefallen sind. Besten Dank!

  7. @Inge: Das ist einfach:

    Wenn Dir jemand folgt, kannst Du dem Follower eine DM schicken. Entfollowt er Dich wieder, kannst Du das nicht mehr tun. Wenn Du also die entsprechende Profilseite von XYZ aufrufst, dann fehlt in der Rubrik “Actions” der Link “message XYZ” und Du sieht nur noch “block XYZ”

  8. @pjebsen: Ich mache das immer noch manuell… :)

  9. @Twittagspause: Hast Du über #TaARA schon etwas gebloggt?

  10. @Rainer: Gern geschehen – das ist der Sinn des Sharens, so heißt das auf neudeutsch ja mittlerweile, glaube ich… :)

  11. ich glaub twitter hat sich in dieser weise eh bald für viele erledigt, da es eben von der “industrie” erkannt, gebraucht und nun zum teil missbraucht wird. hab schon so oft gehört: “ich twitter kaum noch”

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