Digitale Transformation von und für Unternehmen

Google+ – Ist das der “Facebook-Killer”?


Empfehlen Sie diesen Beitrag Ihren Xing-Kontakten Ihren XING-Kontakten zeigen

Statt eines Social Networks – Aggregation mittels Google+Hat Google gestern seinen lange erwarteten Facebook-Killer vorgestellt? Zugegeben, die letzten beiden Jahre haben es im Wettbewerb mit Facebook nicht gut mit Google gemeint:

  • Facebook absorbiert zunehmend die Aufmerksamkeit des gemeinen Internetnutzers – nicht nur gefühlt, sondern mittlerweile auch in Minuten gerechnet–, während Googles ambitionierten Projekte wie Wave mangels Nachfrage vor sich hindümpeln oder eingestellt werden
  • Facebooks Anteil an der Display-Werbung nimmt unaufhaltsam zu
  • Die Zusammenarbeit von Microsoft und Facebook beginnt Früchte zu tragen, da mag sich Herr Schmidt noch so sehr über den Walled Garden beklagen, hinter welchem so viele Informationen vor den Google-Bots sicher sind
  • Die zunehmende Durchdringung des Webs von Facebooks Social Widgets und der Open Graph API ist für Google ein ernsthafte Bedrohung eines Geschäftsmodells geworden (Tipp: die Videos von der europäischen HACK Facebook-Tour diesen Jahres ansehen)
  • Die Auseinandersetzung um das Thema Location/Places/Deals beginnt gerade erst. Und lokales Onlinemarketing ist für Google nach der gescheiterten Groupon-Übernahme und vor dem Hintergrund seiner Mobile Strategy (➞Android) integraler Bestandteil seines zukünftigen Marktauftritts
  • Facebook Credits sind in Teilbereichen der digitalen Wirtschaft wie Social Gaming bereits ein ernst zu nehmendes Zahlungsmittel.

Nach der fehlgeschlagenen Übernahme von Orkut, Google ist auf diesem Wege nur in Brasilien zu einem ernst zu nehmenden Gegenspieler von Facebook gereift, gab es vielfältige Spekulationen, wie denn Googles Antwort auf Facebooks Erfolg aussehen könnte.

Seit gestern wissen wir es besser: Herausgekommen ist mit Google+ kein eigenständiges soziales Netzwerk, sondern eine Aggregationsschicht zum kommunikativen Austausch, die sich hierzu verschiedener Facebook-artiger Elemente bedient, etwa Notifications oder ein News-Stream zum Teilen von Location-Daten, Fotos, Links oder Videos.

Es soll sich bei Google+ jedoch weniger um einen weiteren Massenkanal handeln, sondern das zielgerichtete Teilen von Informationen scheint im Fokus zu liegen. Hierzu gehören z.B.:

  • Gruppen von Freunden mit bestimmten Interessen, Circles genannt
  • Hangouts, ein Gruppenchat mit bis zu 10 Teilnehmern
  • Sparks, ein Algorithmus zur Entdeckung von Inhalten und Empfehlungen – quasi eine frühe Version der Schmidtschen Serendipity-Engine.

Überhaupt scheint Targeting die Parole bei der Entwicklung von Google+ gewesen zu sein, schließlich bekommt Facebook die hierfür erforderlichen Daten über Profil- und Beziehungsinformationen frei Haus geliefert, während Google sie nachträglich einsammeln muss.

Ob Google+ ausreichend sein wird Facebook Einhalt zu gebieten?

Aus meiner Sicht ist die Annahme zweifelhaft. Schließlich fehlt Facebook – um die Denke des 19. Jahrhunderts zu bemühen – nur noch eine Marine zur Staatenbildung, während Google auch mit der +-fizierung immer noch ein One-Trick-Suchmaschinen-Pony bleiben wird. Aber lest selbst, für die Videos empfehle ich den Google-Post:

Schlagworte: , , ,

7 Kommentare

  1. Google+ befindet sich ja noch in der Anfangsphase, ich denke über Erfolg oder nicht, wird am Ende die Praxis entscheiden. Nur wenn es für den Nutzer irgendeinen Mehrwert gibt und sei es nur die zielgerichtete Kommunikation mit Freunden und Kollegen, wird sich das Netzwerk durchsetzen.

  2. Vielen Dank für den immer noch sehr aktuellen Artikel.

Trackbacks

  1. Google Plus Linksammelstelle | severint
  2. Wird Google jetzt endlich Social? Das Google+ Projekt | Hillert und Co. Blog
  3. Noch eine Google+-Meinung | goblor grübelt
  4. Berliner Blogs im Wikio-Ranking Juli 2011 – Von Stefan Stahlbaum
  5. Berliner Blogs im Wikio-Ranking August 2011

Bitte kommentieren Sie