Digitale Transformation von und für Unternehmen

Interview mit Roman Kaupert von KAUPERTS Straßenführer durch Berlin


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Kauperts Media GmbH GF Roman KaupertHeute im Interview: Roman Kaupert, Enkel des Verlegers Dr. Walter Kaupert, ist Unternehmer, Diplom-Politologe und Geschäftsführer der kaupert media gmbh, die seit 1946 in Berlin den Kauperts Straßenführer durch Berlin herausgibt und mittlerweile bereits über 4.900 Fans auf Facebook zu verzeichnen hat.

Frage: Welchen neuen Herausforderungen müssen Sie sich im Marketing stellen?

Als Agentur muss man heute flexibler und ganzheitlicher denken. Wenngleich doch der Bauchladen unter Marketern lange Zeit verpöhnt gewesen ist, muss man sich zukünftig noch stärker an den Wünschen seiner Kunden orientieren und sie mit entsprechend professionellen Antworten abholen. Das verlangt in erster Linie starke Investitionen in neue Geschäftsfelder, neues Know-How und Personal.

Frage: Wie ändern sich die Marketing-Budgets 2011?

Wir erkennen stabile Etats im Bereich der Live-Kommunikation, deutlich abnehmende Budgets in der Printwerbung und deren Umverteilung ins Online-Marketing.

Frage: Nutzen Sie Social Media für Ihr Unternehmen?

Social Media wird weiter an Relevanz gewinnen. Vor allem für Marken und Produkte, die an Endverbraucher gerichtet sind. Als Agentur sind wir beispielsweise auf Facebook präsent, investieren derzeit aber nur ein Minimum an Aufmerksamkeit in das Medium. Anders sieht das beispielsweise bei der Facebook-Gruppe von „KAUPERTS Straßenführer durch Berlin“ aus, in die wir nicht nur enormen zeitlichen sondern auch monetären Aufwand investiert haben, der sich letztlich aber in der Währung Aufmerksamkeit und auch als Agenturreferenz auszahlt.

Frage: Wie aktiv nutzen Sie Social Media und mit welchen Erfahrungen?

Eine Präsenz auf XING ist gut zur Pflege von Business-Kontakten geeignet, die Gruppen dort funktionieren eher schlecht. Facebook ist eher ein Medium für die Spaß-Gesellschaft bzw. hier verbringen Menschen eher private Zeit, was es einem allerdings ermöglicht, seine Botschaften extrem schnell zu verbreiten. Für Twitter gilt, das hier nur sehr internetaffine Menschen anzutreffen sind, die Kontaktqualität aber gerade deshalb als extrem relevant anzusehen ist. Unzählige weitere Formen von Social Media könnten Erwähnung finden. Schnell droht man den Überblick zu verlieren. Wer Social Media richtig nutzen will, benötigt drei Dinge: Geld, Zeit und einen Plan. Und Profis statt Praktikanten.

Frage: Welche Entwicklungen oder auch Risiken sehen Sie?

Social Media ist großartig. Die digitale Öffentlichkeit bietet keine Risiken, solange man deren Spielregeln kennt und auch befolgt. Was man nicht verbreitet wissen möchte, sollte man auch konsequenterweise für sich behalten.
Das kann man steuern. Social Media kann aber zum eigenen Zeitstaubsauger werden und auch süchtig machen. Insgesamt betrachtet ist es wie bei allem: Die Chancen erkennen und nutzen, die Risiken vermeiden. Aber die Reichweiten-Möglichkeiten von Social Media zu ignorieren, das ist töricht und das wird sich niemand leisten wollen.

Frage: Sind Sie privat bei Facebook, Twitter & Co. unterwegs?

Private Selbstdarstellung ist reine Zeitverschwendung und Zerstreuung. Aber ist dies das Fernsehen nicht auch? Social Media kann sehr dienlich sein, beispielsweise beim Aufbau eines bestimmten Images, welches konkrete Marketingziele verfolgen muss.

Frage: Welche Social Media-Kampagne gefällt Ihnen besonders?

Die bereits mehrfach ausgezeichnete Kampagne von „KAUPERTS Straßenführer durch Berlin“ mit Facebook-Versprechen: Bei 5.000 Fans gibt es „Currywurst for free“ für alle!

Frage: Welche Aktion bzw. Reaktion eines Unternehmens ist Ihrer Meinung nach total missglückt?

Es missglücken stets die Auftritte der Unternehmen, die Facebook als einen weiteren Kanal zum Absetzen ihrer Pressemitteilungen betrachten oder ihren verantwortlichen Mitarbeitern nicht die entsprechenden Freiheiten einräumen, die jeweiligen Kampagnen schnell und unbürokratisch zu führen: Beispiel KitKat, Trigema, uvm.

Frage: Welchen Stellenwert hat künftig Printwerbung?

Printwerbung in 20 Jahren? Ein Fan-Artikel! Weil auch die Produkte, die dann noch gedruckt werden, nur noch Fan-Artikel sein werden.

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