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Was Twitter jetzt braucht, um international erfolgreich zu sein


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Ein Gastbeitrag von Dr. Andreas Schroeter:

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von SemanticHacker (http://blog.textwise.com/?p=222) zeigt, dass die Großzahl der Tweets immer noch auf Englisch geschrieben werden. Die Mehrheit der Twitter Nutzer kommt immer noch aus den USA, aber andere Länder holen schnell auf. Während sich das Wachstum in den USA stark verlangsamt, bleibt Twitter folglich nichts anderes übrig als zu internationalisieren, um die phänomenale Wachstumsstory fortzusetzen.

Twitter-Sprache-Languages

Bildquelle: Semantic Hacker

Was ist zu tun? Erstens sind individuelle Sprachversionen absolute Voraussetzung für den Erfolg. Bestes Beispiel ist Facebook in Deutschland: Erst nachdem ihre Website auf Deutsch verfügbar war, haben sie auch die breite Masse der Nutzer gewinnen können. De facto ist Facebook mit 11 Millionen Unique Visitors jetzt das größte Social Network in Deutschland. Mit Start von fünf Sprachversionen – zuletzt Deutsch im Dezember 2009 – hofft Twitter, jetzt auch international erfolgreich zu werden.

Zweitens braucht Twitter kritische Masse. Die lokalen „Internet Gurus und Geeks“ sind natürlich schon dabei und treiben damit das Thema in den lokalen Medien. Durch die Medien werden wiederum die Massen angesprochen, daher sollte die kritische Masse schnell erreicht sein.

Drittens müssen die Tweets interessant sein. Sicherlich gibt es viele Tweets von eher geringem Mehrwert, insbesondere wenn Leute über sich selbst schreiben. Viel wichtiger ist es allerdings, dass die Tweets verstanden werden. Und da der Großteil der Tweets immer noch auf Englisch geschrieben wird, ist es für die nicht-englischsprechenden Nutzer schwierig, aus diesen Tweets Informationswert rauszuholen. Viele internationale Twitter-Nutzer der ersten Generation haben deshalb zwei Twitter Accounts (einen für jede Sprache) oder vermischen einfach die Sprachen. Im Endeffekt ist das aber wohl nicht der richtige Weg, wenn Twitter für die breite Masse einfach und schnell nutzbar sein soll.

Diese natürliche Sprachbarriere torpediert den Informationsfluss und macht Twitter als Informationsquelle und Nachrichtenanlaufstelle wenig attraktiv. Bisher wurden englische Nachrichten von den „traditionellen“ Medien aufgeschnappt und in die jeweiligen Sprachen übersetzt. Mit Millionen Tweets von Millionen Menschen täglich funktioniert dieser Ansatz aber nicht mehr. Eine erste Lösung sind individuell übersetzte Retweets, die man teilweise auch schon sieht. Allerdings sind dem natürliche Grenzen gesetzt. Zweiter Lösungsansatz sind lokale Wettbewerber wie das polnische blip.pl.

Verglichen mit dem Social Bookmarking Markt gibt es dieselben Sprachbarrieren (d.h. das Taggen von Websites mit entsprechenden Schlagwörtern). Dadurch haben sich im Endeffekt viele lokale Wettbewerber (wie Mister Wong in Deutschland) gegenüber dem „Original“ del.icio.us durchgesetzt. Die lokalen Wettbewerber müssen allerdings kritische Masse aufbauen, was oft nicht geschafft wird (Stichwort Frazr und dukudu). Dritte Möglichkeit wäre die automatische Sortierung von Einträgen nach Sprachen, z.B. durch automatische Spracherkennung. Nicht ohne Grund präferieren lokale Google-Versionen wie z.B. Google.de zuerst deutsche Websites. Die Lokalisierung des Sucherlebnisses durch das Setzen von „Local Trends“im eigenen Twitter Profil ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Über den Autor:
Andreas-Schroeter-babla-twitter-twittwochDr. Andreas Schroeter ist Gründer des Sprachportals bab.la. bab.la bietet alles rund um das Thema Sprachen an, von Wörterbüchern über Sprachtests bis hin zum Vokabeltrainer. bab.la hat vor kurzem eine Twitter Schnittstelle für die Wörterbücher gestartet, damit Twitter-Nutzer direkt per Tweet nach Übersetzungen suchen können.

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